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Wo Gott weint (9): Interview mit Erzbischof Samir Nassar DAMASKUS, Syrien, 26. Juli 2010 (ZENIT.org).- Obwohl die Präsenz des Christentums in Damaskus noch vor die Zeit des heiligen Paulus zurückgeht, kämpft die kleine Gemeinde heute dort um ihr Überleben. Da die Kirche nur eine kleine Minderheit in dem überwiegend muslimischen Land sei, unterlägen die einzelnen Christen den kulturellen Normen, erklärte Erzbischof Samir Nassar von Damaskus. Der Erzbischof, der gerade 60 Jahre alt wurde, steht seit 2006 im Dienst dieser lokalen Kirche. In einem vom katholischen Radio- und Fernsehnetzwerks (CRTN) in Zusammenarbeit mit „Kirche in Not" durchgeführten Interview für die Fernsehsendung „Wo Gott weint" sprach Erzbischof Nassar über die Schwierigkeiten, der die Kirche in Damaskus gegenübersteht, aber auch über die Gründe zur Hoffnung. Wir veröffentlichen das Interview in zwei teilen jeweils heute und morgen. Die Stadt Damaskus, deren Erzbischof Sie sind, ist ein Herzstück des Christentums; hier verlor der heilige Paulus sein Augenlicht und erhielt es neu zurück. Können Sie uns etwas über die heutige Situation der Christen in Damaskus berichten? --Erzbischof Nassar: Damaskus und Syrien sind ein sehr altes christliches Land. Wir hatten früher in Syrien 33.000 Kirchen. Syrien war überwiegend christlich und noch immer gibt es viele berühmte christliche Orte. Ebenso bestehen noch viele christliche Kirchen, die sehr lebendig sind. Christen in Syrien sind keine Gäste, sondern deren Wurzeln. Seit dem siebten Jahrhundert leben wir Seite an Seite mit den Muslimen. Vor dem Islam war das Christentum in Syrien tief verwurzelt. Ja, noch vor dem heiligen Paulus, da dieser in Damaskus das Augenlicht wiedergewann und sich hier taufen ließ sich, das bedeutet, dass das Christentum hier schon vorher existiert hatte. Wie viele der von Ihnen erwähnten 33.000 Kirchen werden heute noch genutzt? --Erzbischof Nassar: Es gibt Kirchen drei verschiedene Typen. Zuerst die monophysitischen Kirchen, die zur syrisch-orthodoxen Kirche und zur armenisch-orthodoxen Kirche gehören und deren Patriarch seinen Sitz in Damaskus hat. Daneben gibt es Kirchen der griechisch-orthodoxen Kirche, die die größte Kirche in Syrien ist. Ferner gibt es viele katholische Kirchen und natürlich auch einige protestantische Kirchen. Alle diese Kirchen sind sehr alt außer der protestantischen, die erst im letzten Jahrhundert nach Syrien kam. Alle anderen Kirchen gehen auf die Apostel zurück. Ich gehöre der maronitischen Kirche an, die im fünften Jahrhundert vom heiligen Maron gegründet wurde, einem Mönch, der irgendwo zwischen Aleppo und Antiochia lebte. Während der ersten Tausend Jahre bestand die maronitische Kirche nur in Syrien, siedelte dann in die libanesischen Berge um und von dort breitete sie sich in die ganze Welt aus, auch nach Australien und Amerika. Mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder leben außerhalb des Nahen Ostens. Bleiben wir jedoch bei Syrien. Wie viel Prozent der Gesamtbevölkerung Syriens sind Christen? --Erzbischof Nassar: Offiziell heißt es 8 bis 10 Prozent. Manche sprechen dagegen von einer Zahl zwischen 4 und 5 Prozent. Wir sind nur eine Minderheit. Bei einer Bevölkerung von 21 Millionen würde dies etwas mehr als eine Million Christen bedeuten. Quelle: http://www.zenit.org/article-21135?l=german&utm_campaign=germanweb&utm_medium=article&utm_source=zenit.org/g-21135
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